Hauskauf ohne eigenkapital

Ein weitere Grund: Steigende Immobilienpreise

Diese Tendenz wird noch verschärft, wenn die Immobilienpreise, wie es derzeit zu beobachten ist, ihr langjähriges relativ konstantes Niveau verlassen und aufgrund der Flucht mancher Kapitalanleger in das "Betongold" deutlich ansteigen. Es bedarf nicht einmal einer Beispielrechnung, um zu erkennen, dass es wenig Sinn macht, im Laufe von zwei Jahren zehn Prozent Eigenkapital anzusammeln, wenn sich die Preise der Immobilie um mindestens fünf Prozent pro Jahr erhöhen. Eine Verteuerung dieser Größenordnung findet derzeit (März 2011) zwar noch nicht statt; der Verband Deutscher Pfandbriefanstalten, VDP, hatte für 2011 bei Einfamilienhäusern einen durchschnittlichen Preisanstieg von 2,1 Prozent festgestellt. Doch die Entwicklung kann regional sehr unterschiedlich sein und könnte sich zudem durch zunehmende Inflationsängste aufgrund der Europäischen Schuldenkrise sukzessive verschärfen.

Argumente für den Eigenkapitaleinsatz

Allgemein gültige Aussagen sind zwar auch zu einem anderen Aspekt nicht möglich, doch in fast allen Fällen dürfte dennoch gelten, dass der für die Bedienung der Immobilienfinanzierung aufzubringende Betrag die Höhe der bisherigen monatlichen Miete übersteigt. In den Fällen, in den das anders sein sollte, kann der Immobilienerwerber ohne Bedenken den Darlehensvertrag unterschreiben, hat er doch längst die Belastbarkeitsprüfung erfolgreich bestanden. Doch der Regelfall sieht anders aus. Jeder Hausbesitzer in spe sollte sich die Frage stellen, warum es ihm in der Vergangenheit nicht gelungen ist, Eigenkapital anzusparen.